Donald Judd – A good chair is a good chair / Die Neue Sammlung, München





Die Neue Sammlung – The International Design Museum Munich



Donald Judd – A good chair is a good chair
15.07.-09.10.2011


»If a chair or a building is not functional … it is ridiculous.« (Donald Judd)


Donald Judd


Donald Judd
© Judd Foundation Archive





Dass sich der amerikanische Künstler Donald Judd (1928-1994) – einer der Protagonisten der Minimal Art – auch intensiv mit der Gestaltung von Möbeln beschäftigt hat, war bisher nur wenigen bekannt. Erstmals im Kontext eines interdisziplinären Hauses zeigt Die Neue Sammlung – The International Design Museum Munich – eine konzentrierte Auswahl der von Judd konzipierten Möbel, und dies vor dem Hintergrund bedeutender Museumssammlungen zur Geschichte des Designs und der modernen Kunst in der Pinakothek der Moderne.

Mit der Gestaltung von Möbeln beschäftigte sich Judd seit seinem Umzug von New York City nach Marfa/Texas intensiver. Für sein kleines Wohnhaus benötigte er zunächst Tische, Stühle und ein Kinderbett. Da Judd in Marfa und in den umliegenden Orten keine Möbel fand die seinen Vorstellungen und Ansprüchen gerecht wurden, entschloss er sich kurzer Hand, selbst welche zu entwerfen und zu bauen. Als erstes entstand ein Bett für seine Kinder – aus einfachen Kiefernbrettern gezimmert. Als Grundmodul diente das Standardmaß des Holzes, 12 Zoll/Inches, denn im örtlichen Holzhandel konnte Judd die Bretter nur kürzen, nicht aber weiter bearbeiten lassen. Erst später arbeitete er mit einem Tischler zusammen, der die Möbel exakt nach seinen Vorgaben fertigte. Zu den Holzmöbeln kamen nach einiger Zeit die ersten Metallmöbel. Hierfür benützte Judd überwiegend Aluminiumblech, das in verschiedenen Farben produziert wurde. Judd legte stets besonderen Wert darauf, dass seine Möbel nicht als Künstlermöbel betrachtet werden sollten, sondern als funktionierende Möbel.


Donald Judd


Donald Judd, Kinderbett (Kiefer), 1977. Hersteller Donald Judd.
Courtesy Flavin and Rainer Judd. Foto: Stuart Whipps, Donald Judd Furniture (Trademark) © Judd Foundation

Donald Judd


Donald Judd, Kinderschreibtisch (Kiefer), 1978. Hersteller Donald Judd.
Courtesy Rainer Judd. Foto: Stuart Whipps, Donald Judd Furniture (Trademark) © Judd Foundation





Die Ausstellung umfasst neben den in kleinster Auflage produzierten Arbeiten aus Holz und Metall auch Prototypen und frühe, vom Künstler selbst gebaute Stücke für den eigenen Gebrauch, die bisher nur selten außerhalb von Judds Wohnorten in New York und Marfa zu sehen waren.

Die reichen Designbestände der Neuen Sammlung und ihre Dauerausstellung in der Pinakothek der Moderne ermöglichen es zudem, die Möbel von Donald Judd vor dem Hintergrund von Entwerfern zu zeigen, die der Künstler besonders schätzte. Dazu gehören nicht nur Gerrit Rietveld, Ludwig Mies van der Rohe oder Alvar Aalto, sondern mit Dieter Rams auch ein klassischer Produktdesigner. Die Neue Sammlung richtet zudem in ihrer Dauerausstellung unter dem Motto »American Design« den Fokus auf Aspekte des amerikanischen Designs vom frühen 20. Jahrhundert bis zur Gegenwart.

Die Ausstellung »Donald Judd – A good chair is a good chair« ist eine Kooperation der Neuen Sammlung – The International Design Museum Munich – und der Sammlung Moderne Kunst / Bayerische Staatsgemäldesammlungen, bietet es sich bei den Möbeln von Donald Judd doch besonders an, auch die Dauerausstellung der Sammlung Moderner Kunst mit ihrem besonderen Schwerpunkt Minimal Art einzubeziehen; hier können Installationen von Donald Judd wie auch seiner Zeitgenossen Dan Flavin und Fred Sandback betrachtet werden. Damit lassen sich Überschneidungen, Unterschiede und Wechselbeziehungen zwischen Kunst und Design anschaulich machen und diskutieren.


Donald Judd


Donald Judd, Hocker, 1992. Die Neue Sammlung – The International Design Museum Munich
Foto: Die Neue Sammlung – The International Design Museum Munich (A. Laurenzo) Donald Judd Furniture (Trademark) © Judd Foundation





Das Thema der Ausstellung über die Möbel von Donald Judd und die konzertierte Aktion der Museen während des AMERICAN SUMMER entspricht in besonders sinnfälliger Weise der transdisziplinären Konzeption der Pinakothek der Moderne.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog gleichen Titels. Mit einem Text von Alex Coles und dem Essay »It’s hard to find a good lamp« von Donald Judd. 126 Seiten mit zahlreichen Abbildungen. In englischer und deutscher Sprache. Ca. 30 Euro.







Courtesy Pinakothek der Moderne München
Bildmaterial © Judd Foundation






Links





Stampfli & Turci – Art Dealers


Disclaimer & Copyright





~ by Stampfli & Turci on August 5, 2011.

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s

 
%d bloggers like this: