Picasso : Frieden und Freiheit / Albertina Wien





Albertina Wien



Picasso
Frieden und Freiheit
22.9.2010 – 16.1.2011





Die Ausstellung Picasso: Frieden und Freiheit zeigt den bedeutendsten Maler des 20. Jahrhunderts von einer bislang nahezu unbekannten Seite: Die Albertina präsentiert Pablo Picasso in Kooperation mit der Tate Liverpool als politisch und sozial engagierten Künstler und hinterfragt so das gängige Bild dieses Jahrhundertgenies.


Pablo Picasso


Pablo Picasso
Das Leichenhaus, Paris 1944-1945
Öl und Kohle auf Leinwand
The Museum of Modern Art, New York © Succession Picasso/VBK, Wien 2010. Digitalbild © The Museum of Modern Art, New York/Scala, Florenz, 2009





Anhand von 200 Exponaten aus über 60 internationalen Sammlungen veranschaulicht die Ausstellung in historisch-chronologischer Reihenfolge, wie Picasso in seinen Bildern dem Krieg und seinen Gräueltaten Ausdruck verlieh. Die Palette der Betrachtungen dieser Ausstellung reicht von Picasso als Historienmaler über sein Schlüsselmotiv der Friedenstaube – eines der wichtigsten Hoffnungssymbole und Zeichen der Friedensbewegung – bis hin zu Stillleben mit subtilen und versteckten Kommentaren zum Weltgeschehen und Hinweisen auf Picassos politische Einstellung.

Im Jahr 1944 tritt Picasso der Kommunistischen Partei Frankreichs bei und wird dieser bis zu seinem Tod im Jahr 1973 treu bleiben. Im gleichen Jahr arbeitet Picasso an dem Gemälde Das Leichenhaus, das auch am Beginn der Ausstellung in der Albertina steht. Mit dieser Dokumentation der Ermordung einer spanischen republikanischen Familie schafft er eines der neben Guernica wichtigsten Bilder gegen das Franco-Regime in Spanien.

Wie ein roter Faden ziehen sich die gravierenden globalen Krisen seiner Zeit – der Spanische Bürgerkrieg, die Kubakrise, der Koreakrieg, der algerische Unabhängigkeitskrieg – durch sein Werk. Wenige Tage nach Ausbruch der Kubakrise 1962, als Präsident Kennedy die Blockade bekannt gibt, beginnt Picasso an der Reihe Raub der Sabinerinnen zu arbeiten. Inspiriert wird er dazu von Nicolas Poussins Raub der Sabinerinnen von 1637/38 und Jacques Louis Davids Die Sabinerinnen von 1799. Mit seinen freien Paraphrasen auf die große Krise des Römischen Reichs reagiert Picasso auf die drohende Katastrophe eines dritten Weltkriegs und atomaren Armageddons.


Pablo Picasso


Pablo Picasso
Raub der Sabinerinnen (nach David), Mougins, 2.-4. November 1962
Öl auf Leinwand
Fondation Beyeler, Riehen/Basel © Succession Picasso/VBK, Wien 2010 Foto: Robert Bayer, Basel





Den algerischen Unabhängigkeitskrieg dokumentiert er mit den Frauen von Algier – Picasso beginnt noch im ersten Monat der kriegerischen Auseinandersetzungen daran zu arbeiten. Der Künstler beruft sich auf das gleichnamige Werk Delacroix’. Während dessen Frauen von Algier von 1834 für den Beginn der französischen Kolonialisierung Algeriens stehen, symbolisieren Picassos Variationen das Ende der französischen Fremdherrschaft.

Eine wichtige Position in der Ausstellung nimmt auch die 1949 geschaffene Friedenstaube ein, die zum internationalen Zeichen der Friedensbewegung und zum Symbol der Hoffnung im Kalten Krieg wurde. Viele Werke Picassos aus dieser Zeit dienten ausdrücklich Propagandazwecken für die kommunistische Sache und die Friedensbewegung.


Pablo Picasso


Pablo Picasso
Ziegenschädel, 14. Mai 1952
Aquatinta mit Zuckeraussprengverfahren
Albertina, Wien © Succession Picasso/VBK, Wien 2010

Pablo Picasso


Pablo Picasso
Taube (La Colombe), 1949
Lithografie auf Papier
Tate Collection, Großbritannien © Succession Picasso/VBK, Wien 2010





Zwanzig Jahre nach dem Fall der Berliner Mauer wirft die Ausstellung einen zeitgemäßen Blick auf Picassos Werk aus der Ära des Kalten Kriegs und beleuchtet, wie sich der Künstler über ideologische und ästhetische Ideale von Ost und West hinwegsetzte.







Courtesy Albertina Wien
Bildmaterial © Succession Picasso/VBK, Wien 2010





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~ by Stampfli & Turci on October 12, 2010.

One Response to “Picasso : Frieden und Freiheit / Albertina Wien”

  1. Eine großartige Ausstellung, die man unbedingt gesehen haben muss. Im Moment kann man in der Albertina gleichzeitig auch die Michelangelo Ausstellung besuchen!

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