Kunst der 20er Jahre in Hamburg / Hamburger Kunsthalle





Hamburger Kunsthalle



„Himmel auf Zeit“
Kunst der 20er Jahre in Hamburg
28. März bis 27. Juni 2010





Im Rahmen des Festivals Kulturfrühling „Himmel auf Zeit“ – die 20er Jahre in Hamburg zeigt die Hamburger Kunsthalle die Vielfalt, die sich in der Kunstszene der Hansestadt nach dem Ende des Ersten Weltkrieges entfaltet hat. In dem Zeitraum zwischen der Begründung der Weimarer Republik und der Etablierung der nationalsozialistischen Diktatur prägten vier Strömungen die avantgardistische Kunstszene Hamburgs: zum einen Ausdrucksweisen, die sich an der französischen Malerei orientierten, zum anderen expressionistische Äußerungen und, diese ablösend, der Magische Realismus, sowie ab der zweiten Hälfte der 20er Jahre abstrahierende, sich vom Gegenstand lösende Bildformen.





Erich Hartmann


Erich Hartmann (1886 – 1974)
Mädchen am Tisch, um 1921
Öl auf Leinwand, 86 x 86 cm
© Erich Hartmann-Erben
© SHK / Hamburger Kunsthalle / bpk
Photo: Elke Walford





Hamburger Künstler wie Friedrich Ahlers-Hestermann, Alma del Banco, Gretchen Wohlwill sowie die heute etwas weniger bekannten Maler Fritz Friedrichs und Walther Tanck ließen sich – nachdem sie die handwerkliche Basis zuhause erlernt hatten – in Paris von der französischen Malerei anregen. Inspirierend wirkte auf sie vor allem Paul Cézannes Pinselstrich, der die Motive zerlegt und die Perspektive verwebt, aber auch Renoir, Matisse und die Errungenschaften der Kubisten fanden Eingang in ihr Werk. Die „kultivierte Ausgeglichenheit“ (Gustav Pauli) ihrer Arbeiten sorgte für eine breite Anerkennung der Künstler von 1919 bis zur Verfemung durch die Nationalsozialisten.

Nur wenige Jahre hingegen währte der expressionistische Aufbruch der hiesigen Avantgarde. Er war eine Reaktion auf das Trauma des Ersten Weltkrieges und äußerte sich im Werk des Ehepaars Emil Maetzel und Dorothea Maetzel-Johannsen, in den Bildern des Raumkünstlers und Malers Otto Fischer-Trachau, den Arbeiten des Malers und Bildhauers Heinrich Steinhagen sowie in den zahlreichen Holzschnitten der hamburgischen Avantgarde, die in expressionistischen Zeitschriften wie „DIE ROTE ERDE“ erschienen. Durch Förderer und Sammler wie Gustav Schiefler und Rosa Schapire war besonders die Kunst der Dresdner „Brücke“ den Hamburgern präsent und beeinflusste ihr Schaffen.


Karl Kluth


Karl Kluth (1898-1972)
Küste in Nordschleswig, 1931
Öl auf Leinwand, 75 x 100 cm
© Nachlass Karl Kluth
© Hamburger Kunsthalle / bpk
Photo: Elke Walford

Edgar Ende


Edgar Ende (1901-1965)
Der Puppenspieler, 1931
Öl auf Leinwand, 69,3 x 79,6 cm
© VG Bild-Kunst, Bonn 2010
© Hamburger Kunsthalle / bpk
Foto: Elke Walford


Eigentümlich verlief die Entwicklung neusachlicher Tendenzen, denn anders als in anderen Großstädten, in denen sich diese Ausdrucksform in den Jahren bis etwa 1925/26 ausbildete, fehlte es in Hamburg an einer charismatischen Persönlichkeit, die die Bewegung hätte anführen und in eine bestimmte Richtung lenken können. Anita Rée, Heinrich Stegemann, Otto Rodewald oder der aus Altona stammende Edgar Ende, schufen ihr Werk unabhängig voneinander und trotzdem weisen ihre Arbeiten alle in die Richtung des Magischen Realismus – einer apolitischen, symbolisch aufgeladenen, häufig von irrationalen Elementen geprägten Variante der Neuen Sachlichkeit.


Heinrich Stegemann


Heinrich Stegemann (1888-1945)
Die Ehefrau des Künstlers, Ingeborg
Stegemann (geb. Krause), 1925
Öl auf Leinwand, 101,5 x 61 cm
© Heinrich Stegemann-Erben
© Hamburger Kunsthalle / bpk
Foto: Elke Walford





Auch die in die Abstrakte gehenden Künstler Hamburgs arbeiteten nur zum Teil zusammen. Künstler wie Richard Haizmann, Alfred Ehrhardt und Willi Nass entdeckten eigenständige Wege, sich vom Gegenstand zu lösen, indem sie spirituelle und philosophische Anregungen nutzten und sich von Musik inspirieren ließen. In sehr engem Austausch hingegen entwickelten einige Künstler der „Hamburgischen Sezession“ ihren sogenannten „Sezessionsstil“</strong. Das aufgrund der Weltwirtschaftskrise den Künstlern zur Verfügung gestellte Atelierhaus, in dem sie gemeinsam arbeiteten, zeigte hier eine positive Nebenwirkung.




Courtesy Hamburger Kunsthalle
Bildmaterial © Die jeweiligen Inhaber. Alle Rechte vorbehalten





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~ by Stampfli & Turci on March 27, 2010.

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