Englische Karikaturen 1780-1830 in der Hamburger Kunsthalle





Hamburger Kunsthalle



Arena des Spotts
Englische Karikaturen 1780-1830
5. Juli > 27. September 2009



Die englische Karikatur zwischen 1780 und 1830 zählt zu den Höhepunkten dieser Gattung. Während dieser Zeit etablierte sie sich erstmals zu einer anerkannten Kunstform, die vor dem Hintergrund der Pressefreiheit in Großbritannien den gesellschaftlich-politischen Meinungsbildungsprozess stark mitprägte. Schonungslos persiflierten die Künstler tagespolitische Ereignisse sowie gesellschaftliche Themen und schufen mit neuen, schlagkräftigen Ausdrucksmitteln eine „Arena des Spotts“.





James Gillray


James Gillray (1756-1815)
The King of Brobdingnag, and Gulliver , 1803
Radierung und Aquatinta, aquarelliert
291 x 231 mm (Blatt)
© Hamburger Kunsthalle/bpk
Photo: Christoph Irrgang





Anders als die ältere szenische Bildsatire oder die Porträtkarikatur verstanden die englischen Karikaturisten ihre Werke als eine gesellschaftlich relevante Gattung mit künstlerischem Anspruch. Die Komplexität und Attraktivität ihrer Arbeiten zeigt sich gerade in der Verbindung von kunsthistorischen und populären Motiven. Durch diese Verflechtung wurden neue künstlerische Ausdrucksmittel entwickelt: Eine expressive, häufig auch drastische Bildsprache entstand, die durch die Kolorierung der Druckgraphiken noch verstärkt wurde. Erbarmungslos wurden die karikierten Opfer und die aktuellen Verhältnisse demaskiert und einem spöttischen Publikum preisgegeben. In ihrer bissigen Darstellungsweise und der öffentlichen Bloßstellung der Inhalte besitzt die englische Karikatur ihre ästhetische und historische Bedeutung.

Mit der humorvoll-satirischen wie auch anklagend-aggressiven Bildsprache wandten sich die Karikaturisten in ihren Blättern, die in Graphikhandlungen allen Gesellschaftsschichten zugänglich waren, an eine breite Öffentlichkeit. Die Ausstellung zeigt, wie relevant gerade das neue Selbstverständnis einer sich politisch begreifenden Öffentlichkeit für die englische Karikatur war. Die Künstler nahmen Bezug auf eine gewandelte Gesellschaft in Zeiten der Französischen Revolution und der Napoleonischen Kriege und prägten zugleich neue Bilder für das Volk und seine Repräsentanten. Ein besonderes Interesse galt dabei den modernen Formen der öffentlichen Inszenierung von Politikern und Privatpersonen.


James Gillray


James Gillray (1756-1815)
The Handwriting upon the Wall, 1803
Radierung, aquarelliert, 253 x 356 mm (Platte)
© Hamburger Kunsthalle / bpk
Photo: Christoph Irrgang

James Gillray


James Gillray (1756-1815)
Monstrosities of 1799 – Scene,
Kensington Gardens, um 1799
Radierung, aquarelliert
258 x 360 mm (Platte)
© Hamburger Kunsthalle / bpk
Photo: Christoph Irrgang





Insgesamt sind acht Künstler in der Ausstellung vertreten. Zahlreiche Arbeiten stammen von James Gillray und Thomas Rowlandson, den ersten bedeutenden Vertretern der englischen Karikatur, sowie von George Cruikshank, ihrem wichtigsten Nachfolger, und von den Künstlern Isaac Cruikshank und Richard Newton. Die meisten Exponate kommen aus dem Bestand der Hamburger Kunsthalle.


George Cruikshank


George Cruikshank (1792-1878)
The Umbrella, 1820
Radierung, aquarelliert, 250 x 190 mm (Blatt)
© Hamburger Kunsthalle / bpk
Photo: Christoph Irrgang


Die Freunde der Kunsthalle haben das Erscheinen eines Ausstellungs-Kataloges ermöglicht, erhältlich im Museumsshop oder unter www.freunde-der-kunsthalle.de.




Bildmaterial © Hamburger Kunsthalle / bpk


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~ by Stampfli & Turci on July 6, 2009.

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