Das Zeitalter Rembrandts – Ausstellung in der Albertina Wien





Albertina Wien



Das Zeitalter Rembrandts
4.März–21.Juni 2009




Die Ausstellung Das Zeitalter Rembrandts zeigt rund 150 Werke aus dem Albertina-Bestand des niederländischen 17. Jahrhunderts, ergänzt um ca. 40 Ölbilder aus österreichischen und internationalen Sammlungen.


Die einmalige Zusammenschau besteht aus Werken von rund 70 Künstlern und zeigt die erstaunliche Vielfalt an hohen Begabungen, durch die sich das holländische Goldene Jahrhundert auszeichnet.



Rembrandt Harmensz. van Rijn

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Rembrandt Harmensz. van Rijn
An Elephant, 1637
© Albertina, Vienna





Das reiche thematische Spektrum spiegelt die bürgerliche Kultur des Landes wider und umfasst die heimische wie die idealisierte Landschaft, die Stadtansicht und das Meeresstück sowie das Portrait, das Bauerngenre, den bürgerlichen Alltag und das Blumenstillleben. Als Kristallisationspunkt der Ausstellung präsentiert sich Rembrandt in seiner genialen Vielseitigkeit.


  • Das Goldene Zeitalter

Im 17. Jahrhundert erlebten die Niederlande eine einmalige Blüte im Bereich der Wirtschaft, in zahlreichen Zweigen des Gewerbes – insbesondere des Schiffsbaus − und der bildenden Künste. Nach der Trennung der Nördlichen von den Südlichen Niederlanden im Jahr 1579 übernahm Amsterdam von Antwerpen die Monopolstellung als weltweit wichtigster Umschlagplatz für den Seehandel. Aus den ost- und westindischen Kolonien bezogen die Niederländer, die die Weltmeere zum Großteil beherrschten, ihre Reichtümer.

Die Tatsache, dass in der Republik der Sieben Vereinigten Niederlande die Patrizier und die Bürger die führende Rolle spielten, war im internationalen Vergleich ein außergewöhnliches Phänomen. Für die bildenden Künste war diese Situation von entscheidender Bedeutung. Der Besitz von Kunstwerken wurde für die wohlhabenden Hausbesitzer, die ihre Interieurs mit Ölgemälden, aber auch mit Arbeiten auf Papier und Pergament ausstatteten, zum Statussymbol; gesammelt wurde aber auch aus reinem Interesse. Erworben wurden die begehrten Objekte im Handel oder unmittelbar von den Künstlern.

Diese wiederum, durch den freien Markt zu einer großen Produktion angeregt, entfalteten binnen kurzer Zeit eine Vielzahl an innovativen, lebensnahen Bildgattungen, die dem Geschmack und den Bedürfnissen des Käuferpublikums und auch ihrer eigenen Orientierung entsprachen. Zu nennen sind hier in erster Linie die heimische Landschaft – deren Entdeckung zu den Pionierleistungen des niederländischen Goldenen Jahrhunderts zählt −, die Stadtansicht, das Marinestück, das Genrebild und das Stillleben.


Adriaen van Ostade


Adriaen van Ostade
Village Tavern with Four Figures, 1635
© Residenzgalerie Salzburg

Rembrandt Harmensz. van Rijn


Rembrandt Harmensz. van Rijn
Small Self Portrait, around 1657
© Kunsthistorisches Museum, Vienna





Auch die Porträtkunst stand im Zeichen der bürgerlichen Kultur und erlebte – als Ausnahmeerscheinung innerhalb der international gepflegten aristokratischen Bildnis-Tradition – eine ungekannte Blüte. Mit großem Erfolg konzentrierten sich zahllose Künstler auf bestimmte Spezialgebiete.

Diese Aufteilung in verschiedene Spezialismen wirkte sich auch auf die technische Praxis aus. Neben der Malerei spielte die Zeichnung im niederländischen 17. Jahrhundert eine weitgehend autonome Rolle. Abgesehen von den dem eigenen Gebrauch dienenden, „nach dem Leben“ gezeichneten Studien stimmten die Künstler ihre zeichnerische Produktion vielfach auf den kommerziellen Bedarf ab.

Gefragt waren nicht nur minutiös durchgeführte, oft großformatige Kompositionen, die der Raumausstattung dienten; auch die intimen, gleichsam spontan nach der Wirklichkeit gezeichneten, im Grunde aber sorgfältig komponierten, monochromen Skizzen fanden reißenden Absatz. Dabei wirken diese für den Markt geschaffenen, zumeist signierten und datierten Werke keineswegs glatt oder routiniert, sondern zeichnen sich – im Gegenteil – oft durch ein Höchstmaß an Subtilität aus. Charakteristischerweise vermitteln die auf Papier oder Pergament ausgeführten Arbeiten aufgrund der Vielzahl an Techniken, Funktionen und Anwendungsbereichen ein weitaus differenzierteres Bild als die Ölgemälde.


Rembrandt Harmensz. van Rijn


Rembrandt Harmensz. van Rijn
Family of Beggars at the Door, 1648
© Albertina, Vienna





  • Die niederländischen Zeichnungen der Albertina

Diese kaleidoskopische Vielfalt an künstlerischen Begabungen und technischen Ausprägungen findet im Albertina-Bestand der niederländischen Zeichnungen des 17. Jahrhunderts, die zum Großteil von ihrem Gründer, Herzog Albert von Sachsen-Teschen, erworben wurden, ihren eindrucksvollen Niederschlag.

Mit einem erstaunlichem Gespür für ausgewogene Repräsentanz und künstlerische Qualität baute der prominente Sammler – durch seine Generalstatthalterschaft (1781-1792) der Österreichischen Niederlande in Brüssel mit diesem Gebiet vertraut − seinen Bestand der niederländischen Zeichnungen auf. So sind neben dem hohen Anteil an Zeichnungen von Rembrandt und anderen großen Künstlern zahlreiche Raritäten von weniger bekannten, aber höchst bemerkenswerten Talenten anzutreffen. Obwohl sich die Zuschreibungslage vor allem bei den großen Meistern seitdem oft dramatisch geändert hat, ist die Anzahl der einwandfrei zuordenbaren Werke immer noch so groß, dass die Albertina heute in der Lage ist, aus eigenem Bestand einen repräsentativen und hochrangigen Überblick über die Zeichenkunst des niederländischen Goldenen Jahrhunderts zu bieten – ergänzt um eine konzentrierte Auswahl von Höhepunkten aus dem Bereich der Druckgraphik.


Rembrandt Harmensz. van Rijn


Rembrandt Harmensz. van Rijn
Self-Portrait at a Window
Drawing on an Etching Plate, 1648
© Albertina, Vienna





Dass das Gesicht der Ausstellung zu einem wesentlichen Teil von sorgfältig bearbeiteten, vollständig durchgeführten Zeichnungen bestimmt wird, die dem Charakter und dem Status von Ölbildern nahe kommen, ist auf zwei Faktoren zurückzuführen. Erstens ist diese auf Repräsentation ausgerichtete Darstellungsart im niederländischen 17. Jahrhundert überhaupt reich vertreten; zweitens zeigte Herzog Albert, dem Geschmack und der Orientierung seiner Zeit entsprechend, gerade für solche „Bilder auf Papier“ ein besonderes Interesse.

Während sich die 1993 von der Albertina veranstaltete Ausstellung Die Landschaft im Jahrhundert Rembrandts einem umfassenden Spezialgebiet gewidmet hat, entfaltet sich in der gegenwärtigen Auswahl das ganze thematische Spektrum des niederländischen 17. Jahrhunderts. Ergänzt werden die insgesamt 150 Albertina-Blätter, von denen viele bislang nicht oder kaum publiziert wurden, von rund 40 herausragenden Ölbildern aus österreichischen und internationalen Sammlungen. Die Gemälde treten mit den Arbeiten auf Papier und Pergament in einen anregenden und vielschichtigen Dialog.



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~ by Stampfli & Turci on June 2, 2009.

2 Responses to “Das Zeitalter Rembrandts – Ausstellung in der Albertina Wien”

  1. Schöne Ausstellung, die einen Überblick über eine Epoche samt ihrer Meister und dem großen Rembrandt vermittelt, da wird man als Betrachter wirklich hineingezogen in dieses fantastische zeitalter. Kann ich nur jedem empfehlen, die Albertina zu besuchen, auch die anderen Ausstellungen sind sehr gelungen, freue mich in den nächsten Tagen auf den Besuch der Meisterwerke der Moderne.

  2. Hab die Ausstellung “Das Zeitalter Rembrandts” ebenfalls gesehen und mich hat überrascht, dass so viele eher unbekannte Künstler vertreten waren, die mit ihren Werken dem großen Meister Rembrandt aber in nichts nachstanden. Daran erkennt man, welches künstlerische Potenzial in so manchem Normalbürger steckt.

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