Maria Lassnig – Das neunte Jahrzehnt / Ausstellung MUMOK Wien





MUMOK – Museum Moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien



Maria Lassnig
Das neunte Jahrzehnt
bis 17 Mai 2009



Zum 90. Geburtstag von Maria Lassnig widmet das MUMOK der bedeutendsten österreichischen Künstlerin der Gegenwart eine große Personale, die sich auf Arbeiten der letzten zehn Jahre konzentriert.


Maria Lassnig

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Maria Lassnig
Du oder ich (You or Me), 2005
Öl auf Leinwand / Oil on canvas
202 x 155 cm
Friedrich Christian Flick Collection
© Maria Lassnig


Rund 60 Gemälde belegen die Vielfalt und überragende Position ihres von Farbintensität, Vitalität und ungebrochener Erfindungskraft geprägten Spätwerks. Maria Lassnigs radikale Selbstbefragung bedient sich einer kontrastreichen expressiven Farbgebung als Ausdruck einer oft an Sarkasmus grenzenden Ironie. Unter den Exponaten finden sich neue großformatige Bilder, die im MUMOK zum ersten Mal öffentlich ausgestellt werden.

In den letzten Jahren ist Maria Lassnig endgültig der internationale Durchbruch gelungen. Die Künstlerin gilt nachfolgenden Generationen zurecht als Vorreiterin und Visionärin, die den Diskurs und die Entwicklung der Malerei seit Jahrzehnten entscheidend mitgeprägt hat. Im Zentrum ihres Schaffens steht seit sechzig Jahren die Künstlerin selbst bzw. das, was sie ihre „Körperempfindung“ nennt: „Es ist sicher, ich male und zeichne nicht den ‚Gegenstand’ Körper (…), sondern ich male Empfindungen vom Körper.“ (Maria Lassnig, 1999). Ihre Malerei zeigt einerseits die kompromisslose Offenlegung des eigenen Körpers und der eigenen Befindlichkeit, zum Anderen vermittelt sie den Blick von Außen und ermöglicht damit die scheinbar objektive Darstellung gleichzeitig existierender Körperwahrnehmungen.

Maria Lassnig, die sich gern mit der Aura der Einzelgängerin umgibt und von sich selbst sagt: „Ich wäre gern böser“, hat es wie wenig andere Künstler verstanden, sich in verändernden gesellschaftlichen Kontexten immer wieder aufs Neue zu bewähren. Jede Stilrichtung ihres Gesamtwerks besaß nur solange Gültigkeit, als sie der Visualisierung neuer Erfahrungen nicht im Wege stand.


Maria Lassnig

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Maria Lassnig
Adam und Eva mit Apfel (Adam and Eve with Apple), 2003
Öl auf Leindwand / Oil on canvas
200 x 150cm
Privatsammlung, London
© Maria Lassnig

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Maria Lassnig
Zauber (Spell), 2006
Öl auf Leinwand / Oil on canvas
125 x 100 cm
Courtesy of the artist
© Maria Lassnig

Maria Lassnig

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Maria Lassnig
Foto: Sepp Dreissinger, 2008
© Sepp Dreissinger


Die Ausstellung wirft einen fokussierten Blick auf „Das neunte Jahrzehnt“ von Maria Lassnigs Schaffen. In den vergangenen Jahren entwickelte sich ihr Werk immer konfrontativer und direkter, wobei die Künstlerin frühere Themen aktualisiert und variiert, ohne sich jedoch zu wiederholen. Eine große Rolle spielt dabei die Erinnerung, wie Maria Lassnig betont: „Die Außenwelt dringt so sehr auf einen Menschen ein, dass man eigentlich gar nichts anderes darstellen könnte.“

So bezieht sich Maria Lassnig erneut auf die Verknüpfungen von Menschlichem und Animalischem, indem sie in einer Serie aus dem Jahr 2000 Meerschweinchen, Frösche, Vögel oder Affen umarmt und mit ihnen kokettiert. Auch mystische Elemente finden sich in ihren neuesten Arbeiten. In den sogenannten „Kellerbildern“ — sie entstanden in einem heißen Sommer im kühleren Keller ihres Hauses in Kärnten — hüllte sie Modelle in Plastikfolien, um die Körper neu zu empfinden und Situationen psychologisch zu deuten. Bereits in den frühen 1970er Jahren malte Maria Lassnig ein Selbstporträt mit Folie sowie ein Stillleben mit zellophanierten Äpfeln, nachdem sie in einem amerikanischen Supermarkt erstmals in Folie verpacktes Obst gesehen hatte. Eine Gruppe von „Erinnerungsbildern“ führt Lassnig bis in ihre Akademiezeit zurück. Maria Lassnig gestaltete einen „Adam und Eva“-Zyklus, in dem sie das Verhältnis der Geschlechter als zärtlich-erotische wie auch als aggressiv-feindselige Beziehungen thematisiert. Auch an ihre Strichbilder aus den 1960er Jahren, in denen sie in formal reduzierter Weise das „Zeichnen mit dem Pinsel” mit verschlüsselt surrealen und auch heiter-burlesken Inhalten verband, knüpft Lassnig in ihren neuen Arbeiten an.


Exhibition view

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Maria Lassnig – Das neunte Jahrzehnt
Ausstellungsansicht / Exhibition view
Selbst mit Katze (Self with Cat), 2000; Die Sanduhr (Hourglass), 2001; Die Lebensqualität
(The Quality of Life), 2001 (v. l. / from left)
Foto / Photo: MUMOK, Lena Deinhardstein
© MUMOK


  • Die Ausstellung „Das neunte Jahrzehnt“ ist nach 1985 und 1999 die dritte Personale von Maria Lassnig im MUMOK (20er Haus), wobei die vorangegangen Präsentationen als klassische Retrospektiven konzipiert waren.


  • Das Museum Ludwig in Köln präsentiert ab 14. März „Maria Lassnig. Im Möglichkeitsspiegel“. Die Kölner Ausstellung zeigt neben den informellen Zeichnungen der späten 1940er Jahre und den Aquarellen der 1980er und 1990er Jahre auch die New Yorker Trickfilme.







Bildmaterial © Maria Lassnig – © MUMOK – © Sepp Dreissinger



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~ by Stampfli & Turci on April 23, 2009.

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