Peter Kogler im MUMOK – Museum Moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien





MUMOK – Museum Moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien

Peter Kogler
Ausstellung > 25. Jänner 2009




Peter Kogler (geb. 1959) zählt zu den international erfolgreichsten österreichischen Künstlern. Das MUMOK präsentiert das umfassende Oeuvre des zweifachen Documentateilnehmers in einer groß angelegten Werkschau mit über 100 Arbeiten von 1979 bis heute.


Peter Kogler


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Peter Kogler
ohne Titel / untitled, 2008
Installation, Computeranimation, Projektion, Loop
Installation, computer animation, projection, looped
MUMOK Fassadenprojekt / Façade project
Foto: MUMOK, Lisa Rastl
© MUMOK



Die groß angelegte Werkschau des österreichischen Künstlers Peter Kogler betont den Stellenwert seines Frühwerks im Zusammenhang mit den seit den 1980er Jahren entwickelten computergenerierten Motivwelten. Für das MUMOK hat der Künstler drei neue Installationen geschaffen, eine davon projiziert weiße Riesenratten auf die Fassade des Museums.

Peter Koglers medien-, raum- und architekturbezogenen Arbeiten bestimmen das internationale Kunstgeschehen maßgeblich mit. Beiträge für Großausstellungen wie der Venedig Biennale (1986) sowie die Teilnahmen an der documenta IX und X in Kassel (1992,1997) brachten ihm weltweit hohes Renommée ein. Koglers Grafiken und Installationen verweisen auf die Mediatisierung und Technologisierung der Gesellschaft mit ihren Potentialen und Fallen. Seine begehbaren Raumlabyrinthe mit ihren biomorphen Formen haben ebenso wie die Aufsehen erregenden Interventionen im urbanen Raum große öffentliche Resonanz gefunden. Jetzt zeigt das MUMOK sein bisheriges, umfassendes Oeuvre und präsentiert über 100 Arbeiten von 1979 bis 2008.



Symbole und Zeichen

In den frühen Gouachen und Kartonobjekten verknüpft Kogler, angeregt von Filmklassikern der Moderne, Figur und Raum zu bildhaften Objekten. Die gleichförmig und musterartig strukturierten Bildmotive verweisen bereits auf die computergenerierten Arbeiten, die er in den 1980er Jahren, jenseits des Mainstreams der neuen wilden Malerei, entwickelt. Peter Kogler wählt früh die Medien- und Computertechnologie als Grundlage seiner installativen und raumbezogenen Werke. In ihnen verformt und verflüchtigt sich die Identität und Individualität des Menschen in rasterartig anonymen Porträts. Mit der Ameise und dem Gehirn findet der Künstler grundlegende Motive, die zeichenhaft Symmetrisches sowie lebendig Organisches in sich vereinen. Sie symbolisieren die Durchdringung von Natur und Technik, von Realität und Virtualität und sind in ihrer seriellen Vervielfachung prägnante Erkennungszeichen seiner Kunst. Das Labyrinth als Metapher einer medial vernetzten Gesellschaft bildet ein weiteres modulares Zentralmotiv, mit dem er in seinen variantenreichen Tapetenarbeiten und Projektionen reale Räume so überlagert, dass Besucher in virtuelle end- und bodenlose Raumfluchten hineingezogen werden, die neue Wahrnehmung– und Erfahrungshorizonte eröffnen.





Peter Kogler


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ohne Titel / untitled, 2008
Installation, Computeranimation, Mehrfachprojektion, Ton, Loop
Installation, computer animation, multiple projection, sound, looped
Sound: Franz Pomassl
MUMOK Installationsansicht / MUMOK installation view
Foto: MUMOK, Lisa Rastl
© MUMOK

Peter Kogler


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Peter Kogler
ohne Titel / untitled, 2008
Installation, Computeranimation, Mehrfachprojektion, Ton, Loop
Installation, computer animation, multiple projection, sound, looped
Sound: Franz Pomassl
MUMOK Installationsansicht / MUMOK installation view
Foto: MUMOK, Lisa Rastl
© MUMOK

Peter Kogler


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Peter Kogler
ohne Titel / untitled, 1984
Kohle, Karton / Charcoal, cardboard
60 x 600 x 60 cm
Foto: MUMOK, Lena Deinhardstein
© Peter Kogler






Virtuelle Ratten

Für die Fassade des MUMOK hat Kogler eine großflächige Außenprojektion mit weißen Ratten entworfen. Er greift damit ein Motiv seines Frühwerks auf und übersetzt es auf überzeugende Weise in ein labyrinthisches Bewegungsbild, das die kubische Architektur dynamisch überspielt. Die sich sukzessive wie von selbst vermehrende Ratte, die in vorgezeichneten Bahnen über die Basaltfassade zieht, erscheint als mehrdeutiges, zugleich graziles und monströses Wesen, das an die Widersprüchlichkeiten einer von Informations- und Datenströmen durchzogenen Wirklichkeit erinnert: Fremdbestimmung und Manipulation zum einen, kreative Subversion zum anderen umreißen das breite Spektrum möglicher Auswirkungen medientechnologisch gesteuerter Kommunikation, die in Gestalt der Ratte ihr ziellos zielgerichetes Sinnbild erhält.


Peter Kogler


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Peter Kogler
MUMOK Ausstellungssujet / MUMOK exhibition subject
© Peter Kogler






Die Ausstellung bietet einen umfassenden Überblick über die einzelnen Werkphasen und –gruppen des Künstlers und veranschaulicht die Entwicklung von malerischen, grafischen und skulpturalen Techniken hin zu werkbestimmenden computergenerierten Verfahren. Bislang nie gezeigte frühe Bilder und Objekte sind ebenso zu sehen wie aktuelle und eigens für das MUMOK konzipierte raummodulierende Computerprojektionen und der Dokumentation seiner eindrucksvollen Auftragswerke im öffentlichen Raum.


Ausstellungskatalog

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog (deutsch/englisch) mit zahlreichen Abbildungen und Textbeiträgen von Ami Barak, Jean-Francois Chougnet, Rainer Fuchs und Edelbert Köb sowie einem Gespräch zwischen Kathrin Rhomberg und Peter Kogler.

  • Katalog zur Ausstellung – Online shop MUMOK





  • © MUMOK – Museum Moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien
    Bildmaterial © MUMOK – Museum Moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien






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    ~ by Stampfli & Turci on December 30, 2008.

     
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