Chinesische Architektur von Ernst Boerschmann. Die Ausstellung 1912








Museen Dahlem – Museum für Asiatische Kunst / Berlin

Chinesische Architektur von Ernst Boerschmann. Die Ausstellung 1912
Ausstellungsdauer > 9. November 2008







Ernst Boerschmann beschäftigte sich in den Jahren 1906 bis 1909 im Auftrag der deutschen Regierung in China mit dem Studium der chinesischen Baukunst. Seine zeichnerischen und fotografischen Aufnahmen wurden in einer Auswahl von 204 Fotografien vom 4. Juni bis 20. Juli 1912 im Königlichen Kunstgewerbe-Museum zu Berlin ausgestellt.
Ein Großteil der Fotografien befindet sich heute in der Sammlung der Kunstbibliothek. Im Rahmen eines Seminars der Abteilung Ostasien des Kunsthistorischen Instituts der Freien Universität zu Berlin bearbeiten die Studierenden eine Auswahl dieser Fotografien. Boerschmann hat die chinesische Architektur in 14 Provinzen erforscht und hat seine Ausstellung unter die Themen “Gräber”, “Ahnenschreine”, “Tempel”, “Pagoden” gestellt. Zudem stellte er Architekturkomplexe in den verschiedenen Provinzen dar.




Ernst Boerschmann (1873-1949)
Ahnenhalle im Tempel der Familie Chen, Kanton, Provinz Guangdong, 1907
21,7 x 29,3 cm
© Kunstbibliothek – Sammlung Fotografie – Museum für Fotografie



Lange wurde in Berlin die Auseinandersetzung mit der klassischen chinesischen Architektur vernachlässigt. Seit 1945, als Ernst Boerschmann (geb. 1873 in Prökuls, Memel, gest. 1949 in Bad Pyrmont) nicht mehr chinesische Architektur an der Technischen Universität Berlin unterrichtete, wurde diesem Fach in Berlin kaum noch Beachtung geschenkt. Seine Lehrtätigkeit von 1924 bis 1945 als Honorarprofessor an der TU Berlin scheint trotz seiner zahlreichen noch immer lesens- und “sehenswerten” Publikationen in Vergessenheit geraten zu sein. Dabei war Ernst Boerschmann einer der Pioniere dieses Faches sowohl in als auch außerhalb Chinas und sein Name genießt in der Fachwelt und vor allem in China heute immer noch höchstes Ansehen.

Von 1906 bis 1909 war Ernst Boerschmann von der deutschen Regierung nach China entsandt, um dort chinesische Architektur zu erforschen. Er bereiste 14 chinesische Provinzen und kehrte mit über 3000
Photographien zurück. Zudem führte er ausführlich Tagebuch mit detaillierten Zeichnungen, Grundrissen, genauen Angaben zur Konstruktion von Gebäuden, etc.



Ernst Boerschmann (1873-1949)
Die kaiserliche Bibliothek Wenlange am Westsee, Provinz Zhejiang, 1909
21,7 x 29,3 cm
© Kunstbibliothek – Sammlung Fotografie – Museum für Fotografie


Ernst Boerschmann (1873-1949)
Banbian Tempel in Yibin, Provinz Sichuan, 1907
© Kunstbibliothek – Sammlung Fotografie – Museum für Fotografie



Vom 4. Juni und 20. Juli 1912 stellte er im Kunstgewerbemuseum der Königlich Preußischen Museen in der Ausstellung ‘Chinesische Architektur’ an Hand von 204 Photographien und zahlreichen Zeichnungen die Ergebnisse seines Forschungsaufenthaltes erstmals einer breiten Öffentlichkeit vor. Die Photographien gingen in den Besitz des Kunstgewerbemuseums über; sie befinden sich heute fast vollständig in der Sammlung Fotografie der Kunstbibliothek der Staatlichen Museen zu
Berlin.


Als dem Museum für Asiatische Kunst über 3000 Negative und die 12 Tagebücher dieser Reise Ernst Boerschmanns zum Kauf angeboten wurden, entstand die Idee, gemeinsam mit Studierenden der Ostasiatischen Abteilung des Kunsthistorischen Instituts der Freien Universität, seine Leistung als Kunsthistoriker und als Photograph mit einer Ausstellung zu würdigen.

Im Verlaufe eines Seminars wurden 40 Photographien ausgewählt und ausführlich beschrieben. Sie werden im Raum für chinesische Malerei der Ostasiatischen Kunstsammlung des Museums für Asiatische Kunst in Dahlem gezeigt.

Durch das furchtbare Erdbeben in der chinesischen Provinz Sichuan am 8. Mai 2008 gewann dieses Seminar aktuelle Bedeutung. Zahlreiche Photographien Boerschmanns zeigen Bauwerke, die bei dieser Naturkatastrophe zerstört wurden. Mit dieser Ausstellung verbindet sich die Hoffnung, daß die Negativsammlung und die Tagebücher, eine Fundgrube vor allem für chinesische Architekturhistoriker und Denkmalpfleger, für eine Berliner Forschungsinstitution gesichert werden können.





Text © Museen Dahlem
Bilder © Kunstbibliothek – Sammlung Fotografie – Museum für Fotografie
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~ by Stampfli & Turci on August 10, 2008.

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