Ulrich Loth – Ausstellung in der Alten Pinakothek München








Alte Pinakothek München

Ulrich Loth – Zwischen Caravaggio und Rubens
Ausstellungsdauer > 07.09.2008







Erstmals wird Ulrich Loth (vor 1599 – 1662) eine Ausstellung gewidmet und damit die überfällige Gelegenheit geboten, einen der führenden Münchner Maler des 17. Jahrhunderts wieder zu entdecken.
Die Alte Pinakothek stellt das OEuvre Ulrich Loths in ganzer Breite vor und lädt dazu ein, diesen zu Unrecht vergessenen Meister der frühbarocken Malerei in Deutschland kennen zu lernen.




Ulrich Loth
Jakob und Esau
© Bayerische Staatsgemäldesammlungen – Alte Pinakothek Munich



Ulrich Loth zählt zu den Schüler Peter Candids und war Hofmaler des Kurfürsten Maximilian I. von Bayern. Zur Vervollständigung seiner Ausbildung verbrachte der Münchner Maler vier Jahre in Italien. Von dort kehrte Ulrich Loth 1623 als erster deutscher Caravaggio-Nachfolger zurück und bestimmte die Neuausrichtung der bislang vom Manierismus geprägten Münchner Hofkunst.
Trotz der schweren Zeiten während des Dreißigjährigen Krieges entfaltete Loth eine rege Tätigkeit. 1629 aus dem Hofdienst ausgeschieden konnte er sowohl für den Hof als auch für den »freien Markt« arbeiten. So erhielt er zahlreiche Aufträge für Altargemälde, die einen neuen Orientierungspunkt seiner Malerei offenbaren: die hochbarocke Bildkunst des Peter Paul Rubens, die ihm bis zu seinen spätesten Werken Vorbild blieb.

Zu den Höhepunkten der Ausstellung in der Alten Pinakothek zählt der nach über 200 Jahren erstmalig wieder zusammengeführte, vierteilige, ursprünglich vor 1637 für das Alte Schloss Schleißheim entstandene »Isaak-Zyklus« : Anfang des 19. Jahrhunderts waren zwei der Gemälde von napoleonischen Truppen aus München nach Frankreich verbracht und nicht wieder zurückgegeben worden. Aus Nancy und Mainz kehren die beiden Werke nun auf Zeit in die Alte Pinakothek zurück.
Ebenso eindrucksvoll zeigt sich die Präsentation von sechs großformatigen Altarbildern, darunter sowohl Loths prachtvolles Hauptwerk, die »Anbetung der Könige« aus der Münchner Frauenkirche, als auch der an Caravaggio orientierte »Tod Mariens« aus dem Freisinger Mariendom.



Die büssende Magdalena
© Bayerische Staatsgemäldesammlungen – Alte Pinakothek München


Die Berufung von Petrus und Andreas
© Bayerische Staatsgemäldesammlungen – Alte Pinakothek München


Herkules im Nessusgewand
© Bayerische Staatsgemäldesammlungen – Alte Pinakothek München



In der Alten Pinakothek wird man diese bedeutenden Werke zum ersten Mal in all ihren malerischen Details bewundern können. Zahlreiche Gemälde Loths – sowohl monumentale Altarbilder wie caravaggeske Halbfigurenstücke – wurden im Vorfeld der Ausstellung mit großem Aufwand restauriert und können nun seit vielen Jahrzehnten wieder gezeigt werden.

Neu aufgefundene Archivalien lassen ein exemplarisches Künstlerleben im München des 17. Jahrhunderts fassbar werden. Dadurch wird ein wichtiger Beitrag zur Erforschung der noch stets zu wenig beachteten deutschen Malerei des 17. Jahrhunderts geleistet. Der die Ausstellung begleitende Katalog erläutert die Werke Loths ausführlich und enthält ein umfassendes Werkverzeichnis.

Im Jahr des 850. Geburtstags von Loths Heimatstadt München öffnet sich die Ausstellung zudem in die Stadt hinein, wo es in St. Peter, Hl. Geist und der Frauenkirche weitere wichtige Werke des Malers zu entdecken gilt.





Text © Alte Pinakothek München
Bilder© Alle Rechte vorbehalten





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~ by Stampfli & Turci on July 31, 2008.

3 Responses to “Ulrich Loth – Ausstellung in der Alten Pinakothek München”

  1. […] Ulrich Loth – Ausstellung in der Alten Pinakothek München […]

  2. Danke, das mit der Ausstellung endlich einmal ein Beitrag zur Erforschung der deutschen Barockzeit und ihrer Maler und Kunstwerke des 17. Jahrhunbderts geschaffen wird. Vielleicht erlebt der deutsche Barock ja einen neue Blützeit…. Gespannt bin ich auch auf die Bilderrahmen der Kunsterke.

  3. in der austellung hing auch ein bild des ungläubigen thomas´,das der bayer.staatsgemäldesammlung gehört:mich aber würde die herkunft eines querformatigen (predella)gemäldes gleichen themas in der thomaskapelle des müchner liebfrauendoms interessieren.der kirchenführer und ein weiteres Buch in der dombuchhandlung schreiben es einem unbeknnten Maler aus dem frühen 17.Jh zu.es zeigt den thomas mit einem unglaulich nuancenreichen (bauern)schädel zwischen zweifel und erkennen,der seine finger tief bis zu den knöcheln in die seitenwunde jesu taucht,so wie man es eigentlich von loth und caravaggio halt kennt.außerdem agieren die personen als halbfiguren und in (erd)tonigen farben vor einem indifferenten hintergrund(der allerdings nicht durch einen lichtkegel durchschnitten wird),was mich wiederum an ulrich loth erinnert.nun scheint es mir allerdings völlig abwegig,dass die kunstgeschichtsdoktoranden,die die austellung im letzten jahr in der alten pinakothek kuratiert haben und dafür zahllose zuweisungsarbeiten zu loth geleistet haben,dieses bild im dom zum ungläubigen thomas nicht gesehen haben.aber könnte dieser ungläubige thomas im dom dann vielleicht von einem schüler loths oder unter seinem einfluss entstanden sein?für antworten wär ich dankbar.michael bibl,zeichenlehrer am annefrankgymnasium in erding bei münchen

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