Intervention: Christian Hutzinger- Oberes Belvedere, Wien
Oberes Belvedere, Wien
Intervention: Christian Hutzinger
24. April bis 20. September 2009
Zweimal jährlich werden im Rahmen der 2007 initiierten Ausstellungsreihe Intervention österreichische Künstler eingeladen, ihre Arbeit in Bezug zur Architektur, zur Geschichte und zur Sammlung des Belvedere zu setzen.
Nach Gudrun Kampl, Brigitte Kowanz und Franz Kapfer zeigt heuer der Wiener Christian Hutzinger im Orchestergang des Oberen Belvedere eine für den Raum konzipierte Wandmalerei.
Christian Hutzinger
Christian Hutzinger
Ohne Titel, 2009
Wandmalerei
© VBK, Wien 2009
Foto: Wolfgang Woessner
Der sogenannte Orchestergang wurde unter Erzherzog Franz Ferdinand (1863-1914) zwischen dem Ost- und dem Westtrakt im zweiten Obergeschoss des Schlosses eingezogen. Zunächst diente der Gang als Verbindung des Wohnbereichs mit den Kinderzimmern. Bei festlichen Aktivitäten versammelten sich dort später kleine Orchesterformationen, um bei geöffneten Fenstern Musik im Marmorsaal erklingen zu lassen.
From April onwards, Christian Hutzinger is going to present a wall painting conceived especially for the Upper Belvedere’s Baroque orchestra corridor.
In seiner Malerei geht Christian Hutzinger zunächst von der geschlossenen Form aus, die er mittels Variation und Wiederholung in Formgruppen neu organisiert. Kreise, Quadrate, Rechtecke oder Streifen, Schleifen und Knoten entwickelt er mittels gedeckter Farbflächen, deren Ränder den Grundton aufnehmen, diesen intensivieren oder abschwächen. Die Form ist bei Hutzinger oft Derivat einer architektonischen oder baulichen Gegebenheit. Entlüftungsrohre, Heizkörper, Fensternischen oder wie hier Blattwerk und Fensterbeschläge liefern das Formenvokabular für eine abstrakte, gänzlich mit der Fläche operierenden Malweise. Die Fenster des Orchesterganges, deren Rahmen leicht geschwungen sind, definieren den Raum. Indem Hutzinger die Rahmen farbig einfasst, markiert er ihre geometrische Grundform und eignet sie sich als ornamentals Formelement an. Die Wiederholbarkeit, die auch in der Serialität der Fenster angelegt ist, weitet er auf eine flottierende Verfügbarkeit der Formen aus. Kennzeichnend für dieses Formenspiel ist die Überblendung abstrakter Formen mit einer organisch und molekular motivierten Bildsprache, wie sie in den 60er und 70er Jahren entwickelt worden ist. Diese Zwitterformen, die weder autonom noch beschreibend sind, überziehen die mit knalligem Blau überzogenen Wände des Orchesterganges
Die architektonische Besonderheit des Ganges, die sich aufgrund der unterschiedlichen Raumhöhen ergibt, akzentuiert Hutzinger, indem er die beiden Stirnwände weiß lässt und damit eine schlauchartige Wandhülle herstellt.
Christian Hutzinger
Christian Hutzinger
Ohne Titel, 2009
Wandmalerei
© VBK, Wien 2009
Foto: Wolfgang Woessner
Christian Hutzinger
Christian Hutzinger
Ohne Titel, 2009
Wandmalerei
© VBK, Wien 2009
Foto: Wolfgang Woessner
Christian Hutzinger
Christian Hutzinger
Ohne Titel, 2009
Wandmalerei
© VBK, Wien 2009
Foto: Wolfgang Woessner
Images© VBK, Vienna 2009
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